BRAVO #25, 8 June 1977, 2 pages

Scandal at the Clash concert

— Scandal at the Clash concert in the London Rainbow Theatre reported by Margit Rietti, detailing violent fan riots, an aggressive atmosphere fueled by the band's provocative style and music, including tracks like Janie Jones, and London's Burning.

— Gig culminated in a major brawl, with fans tearing up seating and throwing it at the stage, leading to police intervention.

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BRAVO #25  |  8 June 1977  

BRAVO #25

8. Juni 1977 - DM 1,20 bei Hauslieferung zuzügl. Zustellgebühr 65 Pfg, Lire 600, £ 0,36, Skr 3,75 incl. moms, Fl 3,53, sfr 1,70, Printed in Germany


Skandal beim Clash Konzert

Englands Szene-Punk-Idole

Punk-Fans leben gefährlich! Als Clash, die heißeste britische Gruppe, im Londoner Rainbow-Theater loslegte, spielten Punk-Fans verrückt. Es kam zu Schlägereien, ganze Sitzreihen flogen auf die Bühne. BRAVO zeigt hier, wie ein Rock-Konzert nicht ablaufen sollte...

PHOTO: Nach der Saalschlacht: Die Halle ist ein Trümmerhaufen. Links: Clash-Gitarrist und Sänger Joe Strummer beim Einheizen

Gehüllt in schwarzes Leder, behängt mit Ketten und Sicherheitsnadeln, die kurzgeschorenen Köpfe in Regenbogenfarben gefärbt und in voller Kriegsbemalung – so strömten die Anhänger der neuen Punk-Welle in den Saal. Angehitzt durch die letzten Punk-Skandale herrschte schon von Anfang an eine gereizte Stimmung.

Die normalen Konzertbesucher, die sich Pink Floyd-, Elton John- und Wings-Sticker angesteckt hatten, wurden sofort angemacht.

Es brodelte bereits bedrohlich, als sich die Vorgruppen Jam, Prefects, Subway Sect und Buzzcocks auf der Bühne schafften. Es kochte über, als Clash selbst losfetzten. In ihren selbstgeschneiderten Armeeanzügen, mit ihren struppigen Haaren und mit aufsässigen Liedern schürten sie das Feuer noch mehr. Zwischendurch knallten sie ein paar Kraftworte von der Bühne, bei denen nicht nur Schneewittchen den Apfel verschluckt hätte.

Ihre Musik ist genauso laut wie aufpeitschend. Und obwohl sie sich mit Liedern wie Intercity, Carnaby Street und London’s Burning überall sehen und hören lassen könnten – bei ein paar Songs gehen sie zu weit. Der unheimliche Einfluß, den Clash auf die Fans ausüben, ist sichtbar gefährlich.

Bei der Nummer Janie Jones wurde das Toben und Johlen immer stärker, es kam zum Streit und zu Schlägereien zwischen den gemäßigten und den ausgeflippten Fans. Schließlich brach der ganz große Krawall los. In ihrer Verblendung rissen die Fans die ersten Stuhlreihen aus den Fugen und schleuderten sie auf die Bühne. Polizisten stürmten den Saal und bereiteten dem wüsten Treiben ein Ende – früher als erwartet fanden sich die Fans mit ihren heulenden Girls vor dem Rainbow wieder. Am nächsten Tag wurde ein großer Teil der Clash-Tournee von den Veranstaltern gestrichen.

BRAVO meint: Nichts gegen die heiße Musik der Clash. Aber was da an Aggressivität und Haß über die Rampe kommt, geht zu weit. Mit diesen Auswüchsen tun sie sich selbst, ihrer Musik und den Fans wahrlich keinen Gefallen...

Margit Rietti



Das sind die drei härtesten Typen von Clash (v. l.): Mick Jones, Joe Strummer und Paul Simonon


Von Anfang an spielten die Fans im Rainbow verrückt, später kam es dann zu Ausschreitungen


Hate – Haß hat dieser vermummte Fan auf seinem Kopfschutz stehen. Statt Spaß an der Musik will er Krawall


BRAVO #25  |  8 June 1977